Wir kommen mit großen, staunenden Augen auf diese Welt. Wir sind voller Neugier, voller Tatendrang, angstfrei und mit dem Mut und der Energie, die gesamte Welt zu umarmen. Dann lernen wir unsere Eltern kennen, die Familie, Freunde, Geschwister, die Natur und Umwelt und sammeln unsere Erfahrungen. All das geprägt durch einen Filter, der uns in einer Wahrnehmung bestärkt, die sich im Laufe unsere Erwachsen-Werden immer weiter verfestigt. Wir verwickeln uns immer mehr in dem, wie wir die Welt wahrnehmen und bestätigen uns in jeder Minute unseres Seins.
Doch was, wenn die Welt ganz anders ist? Vielleicht nicht in Gut und Böse, nicht in Richtig oder Falsch aufgeteilt ist? Was, wenn alles ohne Wertung einfach ist? Wenn alles, was geschieht, uns Erfahrungen machen lässt, um daran zu wachsen?
Es gibt viele verschiedene Gründe, warum wir zu dem Menschen wurden, der wir heute sind. Manche sind verstrickter denn je, andere ent-wickeln sich immer mehr aus dem, was sie ihr Leben lang bestätigt haben.
Ich habe mich vor über 50 Jahren als Silke, als träumendes Mädchen, das an Wunder und Märchen glaubte, auf den Weg gemacht. Meine Einsamkeit zwang mich früh, alles zu geben und ins Außen zu gehen. Vom verschlossenen, stillen Kind wurde ich Beobachterin und dann die Mutige, die andere begeistern und mitnehmen konnte. Vor allem durch eines: ich hatte den Mut – oder die Verzweiflung – mein Innerstes nach Außen zu kehren.